Auszug: Messezeitung der BERLINER LISTE 2009

 

Come and see the Glam!

 

Der ironische Blick des Künstlers Frank Neye auf den Eskapismus in Krisenzeiten

 

Als der Leiter der Kunsthalle in Emden Dr. Nils Ohlsen für seine Museumsschau "Garten Eden - Der Garten in der Kunst seit 1900" Ausschau nach jungen Talenten hielt, wurde er auf der Kunstmesse Berliner Liste fündig: Die Plastiken des Künstlers Frank Neye erregten seine Aufmerksamkeit und wurden schnell für seine hochkarätigen Ausstellung verpflichtet. Eine besondere Ehre für den Künstler – beinhaltete die Museumsschau doch eine Gegenüberstellung berühmter Klassiker von Monet, Cézanne, Klee oder Hockney mit jüngeren Künstlern aus aller Welt.

 

Spätestens seit dieser Ausstellung erfahren die Plastiken und Skulpturen des Berliner Künstlers auf dem Kunstmarkt ein kontinuierlich steigendes Interesse.

 

In seinen neuen Arbeiten präsentiert Frank Neye auf der Berliner Liste am Stand der Galerie Frenhofer seinen ironischen Blick auf den zunehmenden Eskapismus in Krisenzeiten:

Seine Plastiken und Objekte glitzern und funkeln – das Licht wird vom Hologrammflitter und von hunderten Glassteinen gebrochen und zurückgeworfen. Der Blick findet schwer einen Halt in den flimmernden Lichtpunkten und trotzdem kann man seine Augen kaum von seinen Arbeiten lassen. Denn wer kennt nicht die magische Anziehungskraft von bunten, glitzernden Steinen, die uns seit der Kindheit in ihren Bann ziehen. Vergessen sind die Sorgen und Nöte angesichts des funkelnden Farbenspiels, das uns Freude und Schönheit verheißt.

 

Sieht man aber näher hin, erweisen sich die edlen Brillanten als Täuschung. Das Prunkvolle zeigt sich bei Frank Neye ironischerweise im bloßen Schein von Materialien aus dem Bau- und Bastelmarkt. Luxuriöses wird nicht durch den Sachwert, sondern durch die strahlende Oberfläche und durch die Assoziationen, die sie beim Betrachter hervorrufen, bestimmt. Somit bedienen seine Arbeiten nur auf den ersten Blick das Bedürfnis nach Kitsch, Glamour und edlem Schein.

 

So schlagen in der Neyischen´ Plastik „Lagerfeuer“ (2009) die stilisierten, strassbesetzten Flammen zwischen dicht aufgestellten, dunklen alten Hölzern hervor, erzeugen ein warmes, funkelndes Licht - aber ohne jegliche Hitze und Verbrennung.

Das Künstliche wird - trotz seines funkelnden Glanzes - dem Organisch-Wuchernden einverleibt und wird somit Teil von Wachstum, Veränderung und Vergänglichkeit.

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